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Coding da Vinci – Hackathon mit Kulturdaten

Bei feinstem Sonnenschein versammelten sich am vergangenen Wochenende über 200 Club-Mate trinkende, lustige T-Shirts und Mützen tragende Hacker (ja, so heißen die Hackathon-Teilnehmer) in den Berliner Wikimedia-Räumen. Die Kombination von Daten und Kultur, die an diesen Tagen im Überfluss geboten wurde, hat sie angezogen. Denn für diese Gelegenheit hatten viele bedeutende wissenschaftliche und kulturelle Institutionen ihre digitalen Archive in Rahmen von „Coding da Vinci“ zum Spielen freigegeben.

Offene Kulturdaten

In den letzten zehn Jahren investierten Museen, Archive, Bibliotheken und Sammlungen weltweit viel Energie darin, die vorhandenen Kollektionen digital aufzubereiten. Das heißt, sie zu scannen, zu fotografieren und mit Metadaten zu versiegeln. Auch in Deutschland wurden viele Archive und Sammlungen nun digitalisiert. Diese digitalen Daten können viele verschiedene, nicht nur interne Aufgaben wie die Katalogisierung, übernehmen.
Für die Kulturinstitutionen entstehen damit ganz neue Perspektiven, Menschen außerhalb der Museumsräume zu erreichen. Viele Archive werden nicht ausgestellt. In digitaler Form bekommen sie eine Chance, entdeckt zu werden.

Am Samstag haben zwanzig Kultureinrichtungen ihre Archive vorgestellt und über die Ideen gesprochen, wie diese Schätze noch verwendet werden könnten. Am gleichen Tag haben sich schon Gruppen gebildet, die für ein bestimmtes Thema brannten.

Archive auf dem Code da Vinci

Ich habe mir nicht alle Präsentationen anschauen können, jedoch die drei, vier, bei denen ich dabei war, lassen jeden Macher die Hände vergnüglich reiben. Die Auswahl war vorzüglich: von handschriftlichen Notizen am Rande des Herbariums von Alexander von Humboldt höchstpersönlich (Herbarium des Botanischen Gartens in Berlin) über das Tierstimmen-Archiv des Naturkundemuseums Berlin bis zur Sammlung privater Filmaufnahmen und Postkarten aus dem Ersten Weltkrieg (Staatsbibliothek zu Berlin, Euoropeana). Hier der Link mit allen Teilnehmern
http://codingdavinci.de/daten/

Lizenz

Alle Inhalte und Daten sind unter einer offenen Lizenz (CC-BY oder CC-BY-SA) veröffentlicht, was bedeutet, dass alles editiert, bearbeitet und angepasst werden kann.

Formate

JPG, XML, RDF – die Daten sind in verschiedenen Formaten vorhanden, die viele Anwendungsfreiheiten erlauben.

Datenmenge

Wohlgemerkt ist in diesen Archiven in der Tat eine große Menge an Daten zu finden. So befinden sich zum Beispiel im Archiv des Botanischen Gartens ca.10.500 Bilder. Die Kollektion des Europeana-Projektes vereint weit über 400.000 Materialien zum Thema Erster Weltkrieg.

Ein Fundus für Open Educational Resources – Offene Kulturdata

Mir hat insbesondere der Gedanke gefallen, diese tollen Materialien als Lerninhalte zu erfassen. Innerhalb eines didaktischen Konzeptes – ob als Spiel, P2P-Aufgabe oder als Klassenprojekt – könnten diese authentischen Geschichtszeugen erzählen und vermitteln. Naturkunde, Geschichte, Mathematik, Biologie, Geografie, Kunst, Musik und am liebsten fachübergreifend! In der Bereitstellung dieser Data liegt sehr viel Potenzial für das Klassenzimmer.
Ich denke, dass Bibliotheken, Archive und Museen großes Interesse daran haben und Gewinn daraus ziehen könnten, Schulklassen nicht nur hin und wieder am Wandertag zu begegnen, sondern die Schüler kontinuierlich, ob im Klassenraum oder Zuhause, zu begleiten.

Die Uhr läuft

Das Wort Hackathon besteht aus zwei Teilen – Hacken, also irgendwo einbrechen, sich auf etwas stützen – und Marathon, dies also kontinuierlich und mit Ausdauer zu tun.
Dieser Hackaton wird 10 Wochen dauern. Am 5. und 6. Juni präsentieren die Teams ihre Projekte. Also wünsche ich allen viel Ausdauer und Spaß! Hackt, was das Zeug hält!

Die Veranstalter

Open Knowledge Foundation Deutschland e.V.
Wikimedia Deutschland
Deutsche digitale Bibliothek
Servicestelle Digitalisierung

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